Mukenge Schellhammer, Beyond Pity, 2021. Courtesy of the artists and Galerie Barbara Thumm, Berlin.

Mukenge / Schellhammer

Eröffnung: 14.08.2026, 19 Uhr
Laufzeit: 14.08.2025 – 01.11.2026

Kuratiert von Nadia Ismail

In Kooperation mit dem Musée de l’art contemporain et de Multimedia à l’Echangeur de Limete, Kinshasa und dem Goethe Institut Kinshasa

Christ Mukenge und Lydia Schellhammer entwickeln eine kollaborative Praxis zwischen Kinshasa und Berlin, die sich eindeutigen geografischen Zuordnungen entzieht. Ihre Werke umfassen digitale und analoge Malerei und Zeichnung, experimentelle Videos, multimediale Installationen und Performance. In der Reibung ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe entstehen visuelle Erzählungen, die persönliche Erfahrungen mit kollektiven Geschichten verweben und die Widersprüche unserer (neo)kolonialen und postkolonialen Gegenwart sichtbar machen. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Musée de l’art contemporain, Kinshasa und dem Goethe Institut Kinshasa und knüpft an die dort im März 2026 gezeigte Präsentation an.

Mukenge/Schellhammer besteht aus Christ Mukenge (*1988, Kinshasa, DR Kongo) und Lydia Schellhammer (*1992, Konstanz). Das Duo lebt und arbeitet zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Deutschland. Ihre Praxis ist geprägt vom Aufeinandertreffen kongolesischer und westlicher Maltraditionen – von kongolesischem Académisme über Gegenbewegungen wie Partagisme und urbane Performancepraktiken aus Kinshasa bis hin zu Surrealismus und zeitgenössischer Popkultur. Im post-digitalen Zeitalter erweitern Mukenge/Schellhammer die Malerei konsequent in andere Medien wie AR, VR, Video und Performance.
Durch das gemeinsame Signieren ihrer Werke unterlaufen sie gängige Vorstellungen von Autor:innenschaft, künstlerischer Tradition und geografischer Zuschreibung. Aus der langjährigen Zusammenarbeit ist eine dritte Bildsprache entstanden: die Bildwelt des „Duo“, ein eigenständiges, hybrides Wesen mit spezifischer Ästhetik, geformt durch gegenwärtige Bedingungen und Widersprüche. Erwartungen an das kongolesisch-deutsche Kollektiv begegnen sie weniger mit expliziten politischen Positionen als mit formalen, künstlerischen Strategien. Zentrale Bedeutung kommt dabei fortlaufenden Übersetzungsprozessen zu, die sich in mehrsprachigen Publikationen, Performances und Videos manifestieren.

Mukenge/Schellhammers Werke wurden international gezeigt, unter anderem auf dem panafrikanischen Videofestival „BodaBoda Lounge“ (2020), im Nationalmuseum von Kinshasa (2021), in der ifa Galerie Stuttgart (2022), der Yango Biennale Kinshasa (2022), der documenta fifteen (2022), im Marta Herford (2024), auf der Fellbach Triennale (2025) und in der Galerie Barbara Thumm (2024). Sie waren Stipendiaten der Akademie Schloss Solitude 2021/22 und der Kunststiftung Baden-Württemberg 2023.
Mukenge/Schellhammer werden von der Galerie Barbara Thumm in Berlin vertreten.