
Pierre Molinier
Angélique Aubrit + Ludovic Beillard
Sui Generis
Eröffnung: 24.04.2026, 19 Uhr
Laufzeit: 24.04.2025 – 12.07.2026
Kuratiert von Christophe Gaillard, Camille Gouget and Nadia Ismail
Sui generis – durch sich selbst eine Klasse bilden
Anlässlich des 50. Todestags von Pierre Molinier widmet die Kunsthalle Giessen dem französischen Künstler eine Ausstellung, die seine provokant-erotischen Fotografien und Fotomontagen sowie ihre intensive Auseinandersetzung mit Identität, Selbstinszenierung und der Erschaffung (s)eines Ideal-Ichs neu kontextualisiert. Mit Fotografien, Collagen, Archivmaterial, persönlichen Objekten und Möbeln aus seinem Wohnatelier bietet die Ausstellung einen umfassenden Einblick in Moliniers Leben und Werk.
In einen zeitgenössischen Dialog mit Moliniers Werk treten Angélique Aubrit und Ludovic Beillard, die seit 2017 als Künstlerduo zusammenarbeiten. Ihre Praxis verbindet Skulptur, Installation, Video, Performance und Zeichnung zu immersiven Environments, die von grotesken Figuren bevölkert sind. In diesen burlesken, oft absurden Szenarien verschränken sich Theater, Skulptur und Film zu dichten Erzählräumen. Selbstgenähte Kostüme, hölzerne Skulpturen und recycelte Möbel bilden die materielle Grundlage ihrer Arbeiten. Aubrit und Beillard entwickeln hybride Charaktere, die von Commedia dell’arte, groteskem Kino und philosophischen Denkfiguren inspiriert sind. Diese Figuren spiegeln gesellschaftliche Randlagen, psychische Zustände und kollektive Verunsicherungen.
Aubrit and Beillards oft unheimlich anmutende holzköpfige Figuren resonieren sie mit Moliniers obsessiver Bildwelt und dessen Idee, den Körper als formbares, transformierbares Material zu begreifen. Beide Positionen verbindet der Impuls, jenseits stabiler Identitäten neue, hybride Wesen zu entwerfen, etwa als Versuch, eine andere Spezies, ein anderes Selbst zu denken.
Pierre Molinier (1900, Agen –1976, Bordeaux, Frankreich) war ein französischer Maler, Fotograf und Performer, der vor allem durch sein radikal transgressives Werk im Umfeld des Surrealismus bekannt wurde. Ausgebildet als Dekorations- und Anstreichermeister, war Molinier zunächst als Maler figurativer Landschaften und Porträts in Bordeaux tätig, bevor er sich ab den 1940er-Jahren zunehmend von traditionellen Bildsprachen löste. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte er sich esoterischen, später explizit erotischen und performativen Praktiken zu. Sein Werk kreist um Themen wie Androgynie, Fetischismus, Selbstinszenierung, Begehren, Tod und die Auflösung stabiler Identitäten. Ab den 1950er-Jahren entwickelte Molinier eine eigenständige Bildsprache aus Malerei, Fotografie und Fotomontage, in der er häufig selbst als Modell auftrat und Geschlechterrollen bewusst unterlief. 1955 wurde André Breton auf ihn aufmerksam und integrierte Molinier in den Kreis des Surrealismus. Trotz – oder gerade wegen – zahlreicher Skandale blieb sein Werk lange wenig beachtet. Er lebte und arbeitete bis zu seinem Suizid 1976 in Bordeaux.
Angélique Aubrit (*1988, Angoulême) lebt und arbeitet in Brüssel. Ludovic Beillard (*1982, Bordeaux) lebt und arbeitet in Bordeaux. Beide studierten zunächst am École des Beaux Arts in Bordeaux gefolgt vom École des Recherche Graphique in Brüssel. Seit 2017 arbeiten sie gemeinsam als Künstlerduo. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, darunter in der Galerie Valerie Cetraro, Paris (2025), im Kunstverein Bielefeld (2023), in La Centrale, Brüssel (2023), im Centre d’art La Tôlerie, Clermont-Ferrand (2021), im CAC – Centre d’art La Synagogue, Delme (2021), in Établissement d’en face, Brüssel (2021), sowie bei Komplot, Brüssel (2019). Darüber hinaus waren sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, u. a. im Casino du Luxembourg (2025), Haus Mödrath, Kerpen (2024), bei Clages Gallery, Köln (2023), im K21 Düsseldorf (2023), im Centre Pompidou-Metz (2022), im CRAC – Le 19, Montbéliard (2022), im CAPC Bordeaux (2021) sowie bei FUTURA, Prag (2020). 2022 erhielt das Künstlerduo den Prix Médiatine in Brüssel. Zu ihren jüngsten Residenzen zählen Triangle – Astérides, Marseille (2023), das Centre d’art Les Capucins, Embrun (2022/23) sowie das Centre Pompidou-Metz (2022). Seit 2023 sind ihre Arbeiten Teil der Sammlung des Centre National des Arts Plastiques (CNAP), Paris. Sie werden von der Galerie Valeria Cetraro, Paris, und Wouters, Brüssel, vertreten.
Anlässlich des 50. Todestags von Pierre Molinier widmet die Kunsthalle Giessen dem französischen Künstler eine Ausstellung, die seine provokant-erotischen Fotografien und Fotomontagen sowie ihre intensive Auseinandersetzung mit Identität, Selbstinszenierung und der Erschaffung (s)eines Ideal-Ichs neu kontextualisiert. Mit Fotografien, Collagen, Archivmaterial, persönlichen Objekten und Möbeln aus seinem Wohnatelier bietet die Ausstellung einen umfassenden Einblick in Moliniers Leben und Werk.
In einen zeitgenössischen Dialog mit Moliniers Werk treten Angélique Aubrit und Ludovic Beillard, die seit 2017 als Künstlerduo zusammenarbeiten. Ihre Praxis verbindet Skulptur, Installation, Video, Performance und Zeichnung zu immersiven Environments, die von grotesken Figuren bevölkert sind. In diesen burlesken, oft absurden Szenarien verschränken sich Theater, Skulptur und Film zu dichten Erzählräumen. Selbstgenähte Kostüme, hölzerne Skulpturen und recycelte Möbel bilden die materielle Grundlage ihrer Arbeiten. Aubrit und Beillard entwickeln hybride Charaktere, die von Commedia dell’arte, groteskem Kino und philosophischen Denkfiguren inspiriert sind. Diese Figuren spiegeln gesellschaftliche Randlagen, psychische Zustände und kollektive Verunsicherungen.
Aubrit and Beillards oft unheimlich anmutende holzköpfige Figuren resonieren sie mit Moliniers obsessiver Bildwelt und dessen Idee, den Körper als formbares, transformierbares Material zu begreifen. Beide Positionen verbindet der Impuls, jenseits stabiler Identitäten neue, hybride Wesen zu entwerfen, etwa als Versuch, eine andere Spezies, ein anderes Selbst zu denken.
Pierre Molinier (1900, Agen –1976, Bordeaux, Frankreich) war ein französischer Maler, Fotograf und Performer, der vor allem durch sein radikal transgressives Werk im Umfeld des Surrealismus bekannt wurde. Ausgebildet als Dekorations- und Anstreichermeister, war Molinier zunächst als Maler figurativer Landschaften und Porträts in Bordeaux tätig, bevor er sich ab den 1940er-Jahren zunehmend von traditionellen Bildsprachen löste. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte er sich esoterischen, später explizit erotischen und performativen Praktiken zu. Sein Werk kreist um Themen wie Androgynie, Fetischismus, Selbstinszenierung, Begehren, Tod und die Auflösung stabiler Identitäten. Ab den 1950er-Jahren entwickelte Molinier eine eigenständige Bildsprache aus Malerei, Fotografie und Fotomontage, in der er häufig selbst als Modell auftrat und Geschlechterrollen bewusst unterlief. 1955 wurde André Breton auf ihn aufmerksam und integrierte Molinier in den Kreis des Surrealismus. Trotz – oder gerade wegen – zahlreicher Skandale blieb sein Werk lange wenig beachtet. Er lebte und arbeitete bis zu seinem Suizid 1976 in Bordeaux.
Angélique Aubrit (*1988, Angoulême) lebt und arbeitet in Brüssel. Ludovic Beillard (*1982, Bordeaux) lebt und arbeitet in Bordeaux. Beide studierten zunächst am École des Beaux Arts in Bordeaux gefolgt vom École des Recherche Graphique in Brüssel. Seit 2017 arbeiten sie gemeinsam als Künstlerduo. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, darunter in der Galerie Valerie Cetraro, Paris (2025), im Kunstverein Bielefeld (2023), in La Centrale, Brüssel (2023), im Centre d’art La Tôlerie, Clermont-Ferrand (2021), im CAC – Centre d’art La Synagogue, Delme (2021), in Établissement d’en face, Brüssel (2021), sowie bei Komplot, Brüssel (2019). Darüber hinaus waren sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, u. a. im Casino du Luxembourg (2025), Haus Mödrath, Kerpen (2024), bei Clages Gallery, Köln (2023), im K21 Düsseldorf (2023), im Centre Pompidou-Metz (2022), im CRAC – Le 19, Montbéliard (2022), im CAPC Bordeaux (2021) sowie bei FUTURA, Prag (2020). 2022 erhielt das Künstlerduo den Prix Médiatine in Brüssel. Zu ihren jüngsten Residenzen zählen Triangle – Astérides, Marseille (2023), das Centre d’art Les Capucins, Embrun (2022/23) sowie das Centre Pompidou-Metz (2022). Seit 2023 sind ihre Arbeiten Teil der Sammlung des Centre National des Arts Plastiques (CNAP), Paris. Sie werden von der Galerie Valeria Cetraro, Paris, und Wouters, Brüssel, vertreten.