Sophia Süßmilch, Grüße aus dem Jenseits, 2022. Courtesy of the artist und MARTINETZ

Sophia Süßmilch
Rhythm 67

Live performance: 28.03.2026

Kuratiert von Nadia Ismail

Sophia Süßmilch arbeitet medial übergreifend und nutzt Performance, Fotografie, Film und Installation, um Humor, Tabu und gesellschaftliche Normen gegeneinander auszuspielen. In ihren oft körperbetonten Aktionen stellt sie den eigenen nackten Körper ins Zentrum, um weibliche Sexualität, kulturelle Widersprüche und soziale Regeln offen zu hinterfragen. Ihre Performances – von butterbedeckten Ritualen bis zum „Sanatorium Süßmilch“ – verbinden Verletzlichkeit, Überzeichnung und radikale Selbstinszenierung. Für die Kunsthalle entwickelt Süßmilch eine neue ortsspezifische Performance, die auf Marina Abramovićs „Rhythm 0“ anspielt, in der die Künstlerin ihren Körper dem Publikum auslieferte, um Macht, Projektion und Grenzüberschreitungen sichtbar zu machen. Süßmilch überführt es in die Gegenwart, indem sie es mit dem bewusst sinnfreien Gen-Z/Gen-Alpha-Meme „67“ konterkariert. So verweist sie auf Rituale und die bedeutungsleere welche diese annehmen können wenn sie endlos reproduziert werden.

Sophia Süßmilch (1983 in München) studierte von 2006 bis 2015 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Stephan Huber und schloss ihr Studium als Meisterschülerin ab. Parallel war sie Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und unternahm 2011 eine neunmonatige, forschungsbasierte Studienreise in die USA. Von 2011 bis 2013 studierte sie Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Ashley Hans Scheirl, wo sie sich intensiv der Malerei zuwandte. Süßmilch erhielt u. a. den Bayerischen Kunstförderpreis (2018), den Förderpreis für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München (2020) sowie 2021 ein NEUSTART-KULTUR-Stipendium des Kunstfonds Bonn.
Ihre Praxis umfasst Fotografie, Video, Malerei, Skulptur und Performance. In oft autobiografisch grundierten Arbeiten verhandelt sie Feminismus, Intimität, Lebensgeschichten und Extremsituationen. Zentrale Themen sind das bewusste Umgehen akademischer Wertmaßstäbe, das Spannungsfeld von Qualität und Quantität sowie das Scheitern als widerständisches Prinzip. Mit Humor, Wut und poetischer Direktheit oszilliert ihr Werk zwischen ironischer Distanz und emotionaler Nähe. Sophia Süßmilch lebt und arbeitet in Berlin, München und Wien.